Fugen in der Baugeschichte

Aus der Geschichte kennen wir zahlreiche Monumentalbauwerke wie die ägyptischen Pyramiden, griechische Tempel und Kultbauten der Maya. Diese Bauwerke haben eines gemeinsam, sie sind aus Natursteinen errichtet worden ohne den Gebrauch von Mörtel. Die Steinmetze stellten mit Hilfe von Lehren ebene Flächen her, die so gut zusammen passten, dass kein Blatt Papier dazwischen passt. Die einzelnen Steinblöcke, Säulen- oder Statuenelemente, Dach- und Giebelbestandteile wurde mit Zapfen oder Klammern verbunden.
Mörtellose Natursteinmauern finden sich heute noch an vielen Orten Norddeutschlands. Als Rohstoff dienen hier Geröllblöcke der Eiszeit.

Die Römer, ein umtriebiges Volk in der Baugeschichte, ermöglichte erstmals den Bau von freitragenden Kuppeln, Bögen und Gewölben ohne einen Wald von Säulen errichten zu müssen. Sie erfanden caementicum, ein Brei aus Vulkanasche, Kalk und Wasser mit Zugaben von Kies oder Ziegelsplitt, die für Festigkeit und Farbe sorgten. Dieser Baustoff geriet im Mittelalter in Vergessenheit und wurde erst in Frankreich im 19. Jahrhundert wieder entdeckt. Solange wurde mit gebranntem Kalk oder wie beim Kölner Dom mit Eiern als Bindemittel gebaut.
Der Baustoff caementicum, ermöglichte das Abgehen von der millimetergenauen Behauung der Steinblöcke an nicht sichtbaren Flanken und dichtete gleichzeitig die vorhandenen Fugen gegen Wasser und Wind ab.



Fugenbeispiele